#EVERYDAYRIDING TAGE 20 - WOUT VAN AERT

Wout van Aert, 28 Jahre alt. Monumentsieger, Frontmann, Cyclocross-Weltmeister, Zeitfahrspezialist, Ausreißer, Sprinter, Tour de France-Etappensieger, ... es gibt nicht viel, was Wout nicht kann. Er ist ein Radfahrer durch und durch, der wirklich jeden Tag auf seinem Rad verbringt. Wenn jemand das höchste Niveau des #everydayriding verkörpert, dann ist es Wout van Aert. Deshalb haben wir uns mit ihm in Alicante getroffen, wo das Team im Trainingslager war. Wir haben ihn gefragt, was #everydayriding für ihn bedeutet. In seiner charakteristischen, zurückhaltenden Art erzählt er uns von seiner Jugend, seinem Berufsleben und vielem mehr. Es gibt einige Momente, in denen das Funkeln in seinen Augen verrät, was ihn wirklich begeistert.

Wout's Liebe zum Radsport begann schon in jungen Jahren. "Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich als kleiner Junge, ich glaube mit sechs Jahren, ein Mountainbike zur Erstkommunion bekommen habe. Ich erinnere mich, dass ich damit den ganzen Tag in unserem eigenen Garten Rennen gefahren bin. Meinem Vater gefiel das nicht so sehr, aber er sah, dass es mir Spaß machte. Also ließ er mich weiter den Garten verwüsten. Ich war acht, als ich mein erstes Cyclo-Cross-Rennen fuhr und auf Anhieb Zweiter wurde. Ich kann mich eigentlich noch genau daran erinnern, wie das alles ablief. Ich habe gute Erinnerungen an meine Kindheit."

Heute ist es sein Beruf. "Ich stehe morgens damit auf und gehe abends damit ins Bett. Es hört weder vor noch nach dem Training auf. Es hält mich den ganzen Tag auf Trab und ich mag nichts lieber, als auf das Rennen fokussiert zu sein."

Nach seinem Sturz bei der Tour de France 2019 konnte Wout lange Zeit nicht mehr fahren. Der Wunsch, jeden Tag zu fahren, wurde noch stärker, als er ohnehin schon war. "Früher habe ich es genossen, mal einen Tag nicht zu fahren, aber das ist immer weniger geworden. Ich steige auf das Rad, wann immer ich kann. Manchmal, wenn ich mir morgens das Wetter ansehe, verspüre ich einen leichten Widerwillen, zu fahren, aber ich würde niemals ein Training ausfallen lassen. Das wäre für mich schlimmer, als bei jedem Wetter aufs Rad zu steigen."

Jedes Wetter hat seinen Reiz, solange man sich entsprechend kleidet. "Für das Training ist ein sonniger Tag mit nicht zu viel Wind natürlich das Beste, was man sich wünschen kann. Aber bei Rennen bevorzuge ich sehr nasses, windiges und stürmisches Wetter. Dann wird es wirklich ein Kampf gegen die Elemente. Das mag ich, ja , das liebe ich sogar."



Eine gute Ausrüstung ist sehr wichtig, um auf höchstem Niveau zu fahren, obwohl sich seine Bekleidungsgewohnheiten im Laufe der Jahre geändert haben. "Als Radcrosser, jedenfalls am Anfang, habe ich immer so wenig wie möglich getragen. Ich mochte es nicht, zwei Westen übereinander zu ziehen, oder eine Mütze unter dem Helm, das fühlte sich lästig an. Eher wollte ich frieren, statt zu viele Klamotten zu tragen."

"Aber jetzt, wo ich längere Fahrten auf der Straße mache, habe ich angefangen, mich besser anzuziehen und ich finde es auch wichtig, dass alles wirklich gut sitzt. Dass es gut aussieht. Abgesehen davon finde ich es auch wichtig, viele Optionen zu haben. Es ist sehr angenehm, für jede Wetterbedingung ganz gezielt zwischen verschiedenen Produkten wählen zu können.“

Neben dem professionellen Radsport hat Wout noch vieles, was er entdecken möchte: "Ich würde gerne mal eine Bikepacking-Reise machen. Das hätte man eigentlich während der Corona-Krise machen können, aber es hat sich nicht ergeben. Aber das will ich auf jeden Fall mal machen. Und am liebsten irgendwo, wo ich noch nicht war. Vielleicht am Ende meiner Karriere oder nach meiner Karriere würde ich auch gerne mal einen Winter lang in Amerika Cyclo-Cross fahren. Das wäre schön. Und das vielleicht mit ein paar Schotterrennen dort kombinieren. Das ist dort alles viel größer als hier in Europa. Das sind Dinge, die in meinem Kopf herumspielen, aber zuerst möchte ich natürlich noch ein paar Rennen in der World Tour gewinnen."

Eines wird klar: Wout van Aert ist ein großer Fan des #everydayriding. Und er ist überzeugt von der positiven Wirkung auf die eigene Gesundheit. Aber seine Begeisterung und Leidenschaft fürs Radfahren geht sogar noch weiter:

"Das Fahrrad ist das beste Transportmittel für die Umwelt, etwas, das schon seit immer wichtig ist und dem glücklicherweise immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Als professioneller Radfahrer hoffe ich auch, die Leute zu inspirieren, öfter das Fahrrad zu nehmen und das Auto stehen zu lassen. Ich kann es nur empfehlen, es ist das Beste, was es gibt."


#EVERYDAYRIDING